Nr 4- Hydrotherapie – kostenloser Immunsystem-Boost!

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Heute geht es ganz praktisch weiter! 🙂
Wasser ist sehr hervorragend einzusetzen zur Abhärtung des Körpers. Abhärtung will sagen, dass wir den Körper unempfindlich(er) machen für krankmachende Reize. Klassischer Weise setzt man dazu wechselwarme oder kalte Reize. Sie bewirken eine Durchblutungssteigerung, dadurch eine bessere Sauerstoffversorgung und Reinigung der Körpergewebe und auch eine Vermehrung und Aktivierung der Abwehrzellen (der Natürlichen Killerzellen).

„Vor allem sind drei Sünden der Menschheit zum Nachteil. Diese sind: Verweichlichung, Genußsucht, Eitelkeit. Diesen 3 Sünden will ich 3 Tugenden entgegenstellen: Abhärtung gegen die Verweichlichung, Einfachheit gegen die Eitelkeit und Genügsamkeit gegen die Genußsucht. Mit diesem Rezept könnte man alle Menschen glücklich und zufrieden machen, und die soziale Frage, die keiner zu lösen imstande ist, würde von selbst gelöst sein.“ (Sebastian Kneipp, 1821 – 1897​)

Wenn ich Kneipp’s Aussagen zu Verweichlichung lese, dann frage ich mich immer, was er wohl zu uns und unserer Lebensweise heute sagen würde…! Huiuiui…

Ein paar Abhärtungs-Ideen:

Wechselwarmer Reiz:

  • Freizeitaktivitäten draußen
  • Wechselfußbad/Wechselarmbad
  • Wechselgüsse
  • Wechselduschen
  • Sauna

Kalter Reiz:

  • Taulaufen
  • Sitzreibebad
  • kalte Güsse
  • kalte Dusche

Grundsätzlich sind bei jeder abhärtenden Wasseranwendung folgende
Prinzipien unbedingt zu beachten:

  1. Nur Gesunde können trainieren
    Abhärtung geschieht am gesunden Menschen, in Vorbereitung auf eine Krankheit. Wer krank ist, braucht eine andere Therapielinie (mehr dazu in einer späteren Folge), die den Körper unterstützt und nicht herausfordert und evtl. dadurch dann noch kranker macht.
  2. Kälte nur auf Wärme!
    Die abhärtende Wirkung kommt durch den Kaltreiz, der den Körper zur Gefäßgymnastik und Durchblutungssteigerung anregt, um eine Wiedererwärmung zu bewirken. Damit der Reiz nicht schadet, muss der Körper vor einem Kaltreiz vollständig gut durchwärmt sein:
    Aus dem warmen Bett kommend
    Nach Bewegung, die durchwärmt hat
    Nach einer Warmwasseranwendung
    Selbst wenn nur die Füße oder Hände kalt sind, ist erst eine Erwärmung zu bewirken!
  3. Wiedererwärmung muss innerhalb von 30 Min stattfinden
    Ob ein Kaltreiz zu stark ist, erkennt man daran, ob der Körper es nach dem Kaltreiz schafft, sich innerhalb von 30 Minuten wieder zu erwärmen. Geschieht das nicht, muss nachgeholfen werden: eine Wärmflasche, ein warmes Fußbad, eine warme Dusche oder Bewegung.
    Seid da nicht nachlässig! „Ach, bestimmt werde ich gleich warm…“ denkt man sich und ist doch nur zu bequem, dem Körper zu helfen. Das kann schief gehen und man wird krank – Halsweh oder Blasenentzündung… 
  4. Individuell angepasste Reize wählen
    Jeder Mensch ist unterschiedlich in seiner Konstitution und seinem Gesundheits- und Abhärtungszustand. Daher beginnt man mit milden Reizen und beobachtet die Reaktion des Körpers. Was dem einen guttut, kann den anderen überfordern, und anders herum.
  5. Reiz langsam steigern
    a) Mit milden Reizen beginnen ( wechselwarme Reize sind milder als kalte Reize)
    b) Erst die Fläche vergrößern (erst der Knieguss, dann der Oberschenkelguss…)
    c) dann die Zeit verlängern (bei den Wechselfußbädern langsam die Zeit der Kaltphase von 15 Sekunden auf 60 Sekunden steigern)
    d) Zuletzt die Temperatur senken ( beim Wechselduschen die Kaltdusche erst kühl beginnen und im Lauf der Tage langsam kälter werden lassen)

Es gibt zum Thema Abhärtung einige gute Literatur zu kaufen, oder auch im Internet zu finden. (z.B. „Natürlich gesund mit Kneipp“, Dr. Robert Bachmann, Trias-Verlag)

Heute ist das „Kneipp-Thema“, und so hier noch ein Zitat von ihm:

Gesundheit bekommt man nicht im Handel,
sondern durch den Lebenswandel.

Wir meinen, das gilt heute noch genauso.

Wir möchten Euch kurz eine detaillierte Beschreibung geben zur Abhärtung durch
WECHSELDUSCHEN
Vorbereitung:

  • Warmes Badezimmer
  • Dusche
  • Handtuch zum Abfrottieren

Durchführung:

  1. Den Körper solange Duschen, bis er vollständig durchwärmt ist (Prinzip 1 : Kälte nur auf Wärme!)
  2. Jetzt den Mischhebel auf kühl – kalt stellen ( beim ersten Mal eher kühl beginnen, nicht eiskalt) und den Körper in folgender Reihenfolge zügig abduschen:
    – Rechtes Bein außen vom Fuß zur Leiste, innen wieder runter
    – Fußsohle
    – Linkes Bein außen vom Fuß zur Leiste, innen wieder runter
    – Fußsohle
    – Rechter Arm außen von der Hand zur Schulter, innen wieder runter
    – Handfläche
    – Linker Arm außen von der Hand zur Schulter, innen wieder runter
    – Handfläche
    – Genitalbereich und Gesäß
    – Bauch und Brust bis zum Hals
    – Rücken
    – Gesicht
    >> das war der erste Wechsel ☺
  3. Jetzt den Hebel wieder auf warm stellen, den Körper wieder gut durchwärmen (1-3 Min)
  4. Kaltdusche wie unter 2.
    >> das war der zweite Wechsel ☺☺
  5. Warmdusche
  6. Kaltdusche
    >> das war der dritte Wechsel ☺☺☺

Wer bisher wenig Kaltreize gewöhnt ist und sehr kälteempfindlich ist, kann zuerst mit einem Wechsel beginnen, also nach der warmen Dusche einmal kalt duschen. Sollte das zu stark sein, zuerst nur die Beine kalt duschen. Dann ein paar Tage später die Arme dazu nehmen, usw.
Wenn der Körper eine Wechseldusche gut toleriert, die Anzahl der Wechsel auf 3 -5 steigern.
Und später dann die Temperatur kälter werden lassen.
Schlüssel für die Wirksamkeit der Duschen ist auch hier Prinzip 3: Wird der Körper nach dem Abfrottieren und Ankleiden schnell wieder wohlig warm? Dann ist es prima! Jetzt kannst Du gut in den Tag starten.
Neben der Abhärtung gibt es noch ein Plus bei den Wechselduschen: Der Kaltreiz ist auch für das Gehirn durchblutungssteigernd und aktivierend. Es werden vermehrt Nervenbotenstoffe (Endorphine, Noradrenalin) gebildet und einer Depression wird (zusammen mit NEWSTART® ;-)) vorgebeugt/entgegengewirkt.

So jetzt sind wir gespannt- wer schon mal in der „Arche“ war, kennt ja sicherlich die eine oder andere Kneipp-Anwendung, insbesondere die Bein-Güsse. Schreibt uns gerne in die Kommentare, ob ihr das zu Hause weiter gemacht habt, und wie es euch dabei geht!

Und noch ein paar Sprüche von Sebastian Kneipp zum Abschluss:

Dreißig Jahre habe ich sondiert und jede einzelne Anwendung an mir selbst erprobt. Dreimal – ich gestehe es offen – sah ich mich veranlasst, meine Wasserverfahren zu ändern, von der Strenge zur Milde herabzusteigen. Nichts der Natur abzwingen wollen, sondern ihr an die Hand gehen, sie freundlich stützen und durch kleine Hilfsmittel einladen, dass sie selbst und freiwillig den Dienst tut.

Ich bewundere Menschen, die es schaffen, sich selbst zu korrigieren, und es dann auch noch zuzugeben.

Untätigkeit schwächt, Übung stärkt, Überlastung schadet.

In diesem Sinne – auf zur Übung, an den kalten Wasserhahn – nicht zu forsch, aber auch nicht zu ängstlich! 😉

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